Immobilienverkauf über eine Ethereum Blockchain 2.0

Die Blockchaintechnologie ist bei Immobilientransaktionen angekommen.Diese neue Gesetzgebung hält das Versprechen, der Regierung den Kauf, Verkauf und die Übertragung von Immobilien effizienter, kostengünstiger und letztendlich effektiver zu machen“.

Wieso werden in dem US-Bundesstaat Vermont die Gesetze geändert? Immobilien werden schneller und kostengünstiger mit Hilfe der Blockchain-Technologie bald verkauft. Und in Deutschland ? Was spielt Blockchain für eine Rolle? Diese Fragen möchte ich mit dem Blog beantworten.

Dazu hier eine Einführung in Blockchain.

Sie haben wahrscheinlich schon von Blockchain gehört, aber wissen Sie, wofür sie verwendet wird? Abgesehen von dem Entstehen einer neuen Klasse von digitalen Assets, den Kryptowährungen (z.B. Bitcoin), hat die Blockchain viele signifikante Auswirkungen auf unser Leben, unsere Arbeit und unser Spiel.

Was ist Blockchain?

Einfach ausgedrückt, Blockchain ist eine neue Art der Informationsspeicherung. Sie können es sich als eine gemeinsame virtuelle Buchhaltung vorstellen, die allen Benutzern im Blockchain-Netzwerk gehört. Jede Änderung an diese Buchhaltung, z.B. wenn jemand Geld überweist oder einen rechtsgültigen Vertrag aktualisiert, wird kryptographisch verifiziert und dann im gesamten Netzwerk reflektiert, was für alle sichtbar ist.

Blockchain ist der ultimative Feind der Bürokratie. Mit der Verwendung von Smart Contracts (wenn-dann Verträgen), Codeteilen, die manuelle Prozesse automatisieren, kann Blockchain Zwischenhändler von vielen traditionell komplexen Aufgaben befreien, wie z.B. dem Kauf eines Hauses . Das Ergebnis ist ein billigerer, schnellerer und transparenterer technologischer Rahmen für die wichtigsten Branchen der Gesellschaft.

Der Kauf eines Hauses wird einfacher und schneller sein.

Der Immobilienmarkt ist ein chaotisches, langwieriges Geschäft. Der Kauf eines Hauses kann Monate lang zermürbenden Papierkram und teure Anwalts- und Notarkosten in Anspruch nehmen. Im Vereinigten Königreich ist die Lage noch schlimmer. Ihr Verkäufer kann Ihr Angebot annehmen, es aber später für ein höheres Gebot ablehnen, eine Taktik, die als Gazumping bekannt ist. In Deutschland kann durch Vorkaufsrechten der Städte und Gemeinden der Verkauf bzw. Übertragung von Eigentum blockiert bzw. verhindert werden. Der Verfasser ist z.B selber betroffen, da die Stadt Dresden die Eigentumsübertragung auf Grund eines fluss-begleitenden Fahrradweges seit 3 Jahren verhindert.

Die meisten Themen auf dem Immobilienmarkt sind auf mangelndes Vertrauen oder fehlende Information zurückzuführen. Komplexe Grundbücher, die durch unzählige unterschriebene Papiere gestützt werden, erschweren die Nachverfolgung, und die Überprüfung erfordert die Koordination von Banken, Regierungsbehörden und Anwälten. Das Endergebnis ist ein teurer, zeitaufwendiger Prozess, den viele von uns fürchten, aber bezahlen.

Blockchain ist jedoch vertrauenslos, so dass komplexe Verifikationsprozesse, die von Zwischenhändlern durchgeführt werden, überflüssig sind. Mit Blockchain gibt es eine einzige, transparente Version der Wahrheit, und eine Partei kann keine Änderungen ohne Zustimmung aller anderen vornehmen. Es ist praktisch manipulationssicher, was den Papierkram reduziert und das Betrugsrisiko reduziert.

Der Schlüssel zu einem verschlüsselten Vertrag (smart contract) ist die Blockchain-Technologie. Auf dieser Technologie werden diese smart-contracts aufgesetzt. Ethereum ist derzeit die Wahl des Main-Streams.

Was könnte ein Smart Contract bewirken?

Durch die Vergabe eines Smart Contract an eine öffentliche, genehmigungsfreie Blockchain würde die Kontrolle über die Ausführung der Vereinbarung nicht mehr in den Händen einer einzigen Partei (z.B. einer Bank) liegen und die Interaktion würde sich nicht mehr auf geschlossene Systeme (z.B. zentralisierte Bankbücher) beschränken. Die ordnungsgemäße Ausführung von Verträgen könnte durch das Netzwerk von Computern, die mit der Blockchain verbunden sind, überprüft werden. Das gleiche Netzwerk würde die Blockchain aktualisieren, um dann die Ausführung des Vertrages aufzuzeichnen und dann die Blockchain auf die Einhaltung der Bedingungen des Smart Contract zu überwachen.

Ein intelligenter, verschlüsselter Vertrag (smart contract), der über eine Blockchain verteilt und vervielfältigt wird, könnte die Art und Weise, wie Geschäfte abgewickelt werden, revolutionieren. Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig: Das Eigentum an Immobilien könnte nach Erhalt der freigegebenen Mittel automatisch übertragen werden; Kredite im Rahmen von Vereinbarungen könnten automatisch (durch einen Atomic-Swap, wenn die Bank z.B. über Ripple abwickelt) zum Zeitpunkt der Fälligkeit gezahlt werden; und Wertpapiere könnten ohne die Notwendigkeit von Verwahrern gehandelt werden.

So die Theorie? Nein, so die Realität!

Dazu folgende Pressemitteilung: “ Vermont Governor Phil Scott hat heute feierlich den Gesetzentwurf S.269 (Act 205) unterzeichnet, eine Gesetzgebung, die die Entwicklung von Blockchain-Unternehmen in Vermont unterstützt. Das neue Gesetz schreibt die Überprüfung der Nutzung der Blockchain-Technologie für die Erfassung von Grundbuch- und anderen öffentlichen Aufzeichnungen vor. Die Unterzeichnung von S.269 stärkt Vermonts Position als globaler Technologie-Innovationsführer und markiert Fortschritte bei der Unterstützung blockchain-freundlicher Initiativen in den Vereinigten Staaten und weltweit.

Gibt es Bedenken? Ist das die Zukunft?

Der Gegensatz zwischen der Gewissheit des Codes und der Mehrdeutigkeit der Sprache kann manchmal ein Trugschluss sein. Code kann nie per se falsch sein, aber er kann unbeabsichtigte Folgen haben. Nehmen wir zum Beispiel den Flash-Crash der NYSE im Jahr 2013, der durch algorithmischen Handel verursacht wurde. Bei unbeabsichtigten Folgen gibt es eine Haftung, aber wer das Risiko solcher unbeabsichtigten Folgen trägt, ist eine noch offene Frage.

Eine miteinander verbundene Blockchain und eine Sicherheitscode zum Schreiben von Smart Contracts, die über diese Blockchain hinweg ausgeführt werden, würden Wettbewerb in einer Reihe von Bereichen schaffen. Neueinsteiger könnten mit öffentlichen Registern auf eine Weise interagieren, die bisher auf offizielle Register beschränkt war, und private Transaktionen zwischen Einzelpersonen wären weniger abhängig von zwischengeschalteten Dienstleistern. Es würde auch die Fähigkeit von disruptiven Fintech-Unternehmen zur Interaktion mit der systemischen Finanzinfrastruktur erweitern. Aber ist es realistisch zu erwarten, dass konventionelle Finanzinstitute in ein so neues Zeitalter des disruptiven Wettbewerbs eintreten? Die Finanzinstitute sind derzeit der Nabel der Welt und wurden und werden staatlich gestützt. Die Lehmann-Pleite war ein Signal. Banken organisieren den Wertausgleich des Welthandels. Banken haben seit dieser Lehmann-Zeit in der Vielzahl abgenommen und das „clustering risk“ nimmt bedrohliche Ausmaße an.

Solange Banken aber diese Stellung haben und die Kryptoszene nicht über 200 Mrd. Euro Martkvolumen (der Autor notiert (ca. 20 Prozent des Wertes von Apple (16.09.2018)) hinauskommt, besteht keine Gefahr für die konventionelle Finanzinstitute.

Insofern sieht der Autor eine Chance im Entwickeln eines „Atomic-Swaps“ zum Verbinden zwischen konventionelle Finanzinstitute und dem Blockchain-Universum.

Pro-Blockchain versus Contra

  • starrer Sicherheitscode mit festen Regeln versus Mehrdeutigkeit und Freiheit durch menschliches Verhandlungsgeschick
  • schneller Abwicklung versus langsamerer aber filigraner Abwicklung durch eine Vielzahl von menschlichen Beteiligten und deren Konsensus
  • Transparenz versus Finanzinvestoren ->sales pitch (der Autor meint damit den persönlichen Kontakt zum Banker, VC etc. seines Vertrauens)
  • Die Dezentralisierung reduziert das Risiko eines permanenten Datenverlustes und der Korruption versus das Fehlen einer zentralisierten Kontrolle kann Geschäfts-Nischen schaffen
  • Vernetzung verringert Reibungsverlust versus wer überzeugt alle Beteiligten von der Vernetzung
  • schnellerer Wettbewerb versus Rechenleistung (oder brauchbarer Alternativen wie „Hashgraph“Consensus)
  • Kosteneffizienz durch Skalierung versus Rechenleistung (oder brauchbarer Alternativen wie „Hashgraph“Consensus)
  • staatliche Kontrolle versus Kontroll-Lücken
  • gleiche Wettbewerbschancen versus langsameren Wettbewerb

Vermont nimmt fahrt auf und der Rest der Immobilienexperten schaut vielleicht auch zu.

vermont blockchain
Definition der Blockchain Technologie in Vermont/USA

Der Gouverneur von Vermont, Phil Scott, kommentiert den Gesetzesbeschluss dann wie folgt: „Diese neue Gesetzgebung hält das Versprechen, die Regierung effizienter, kostengünstiger und letztendlich kostengünstiger zu machen.“

 

Interessant finde ich, dass in dem Gesetz (§ 2456. FEES; AUTHORITY OF DEPARTMENT )geregelt ist, wie man die Identifikation einer Person vom Notar auf eine Blockchain überträgt. Es werden Lizenzen an Dienstleistern erteilt, die Personen identifizieren. Diese Identifikation wird dann in der Blockchain gespeichert. Dadurch wird ermöglicht, den smart contract durch die Person zu signieren, ohne eine Notar aufzusuchen.

Es gibt bereits eine praktisch Umsetzung in Burlington/Bundesstaat Vermont. Aber hier noch mit Notar:

Notarbestätigung

 

 

Die Abbildung auf der Etherium Blockchain:

Kontrakt

 

Es gibt noch viel mehr zu berichten. Aber dazu fehlt mir heute die Zeit. Es wird also noch viele weitere Blogartikel von mir geben.

Ich wünsche Euch eine erfolgreiche Zeit. Bleibt neugierig.

Euer

Rene Wanzlik

5 Städte, in denen Sie Immobilien mit Kryptowährungen kaufen können

Einige Branchen, darunter auch die Immobilienbranche, nutzen diesen Trend, indem sie ihre Kunden die Möglichkeit geben auch über Kryptowährungen Immobilien zu kaufen . Es ist eine Veränderung, die aber in Verbindung mit der Blockchain-Technologie eine disruptive Entwicklung herbeiführen kann.

Einige Branchen, darunter auch die Immobilienbranche, nutzen diesen Trend, indem sie ihre Kunden die Möglichkeit geben auch über Kryptowährungen Immobilien zu kaufen . Es ist eine Veränderung, die aber in Verbindung mit der Blockchain-Technologie eine disruptive Entwicklung herbeiführen kann.

1. Miami, Florida

miami bitcoin
Photo by Icons8

Ein Immobilien-Deal machte September 2017 die Nachrichten, das ein Haus in Coral Gables für ca. 1.600 BTC verkaufte wurde, das waren damals ca. 6 Mio USD. Der Verkauf des Hauses wurde mit der Option angeboten auch in Bitcoin bezahlen zu können. Die Frage bleibt jedoch offen, ob der der Kaufpreis an den Bitcoin oder an den USD gebunden war.

Mutig allemal, denn wir sollte man das mit einem deutschen Notar vereinbaren. Gängig ist es, dem Notar zu bestätigen das man den vollständigen Kaufpreis erhalten hat, damit der Notar dann die Auflassungsvormerkung löscht und das Eigentum überträgt. Die Frage für den deutschen Immobilienmarkt wäre hier. Akzeptiert der Notar die Bestätigung, das der Verkäufer Summe X Bitcoin erhalten hat, laut Notarvertrag?

Der Verkaufspreis und die Art der Bezahlung reicht jedoch aus, um Schlagzeilen in Florida zu machen. Klar aber Bitcoin gehört seit einigen Jahren zum Immobilienmarkt von Miami . Obwohl es erst im Jahr 2009 ins Leben gerufen wurde, haben tech-affine Immobilienmakler, Investoren und Käufer die neue Kryptowährung schnell angenommen.

Das hat allerdings auch gerade in den USA seinen Grund. Denn wir hier in Deutschland sind durch das IBAN-System verwöhnt. In den USA oder auch in Australien wird in einer Studie beschrieben, dass australische und US-amerikanische Banken bis zu 4.000 USD für eine 100.000-Dollar-Transaktion berechnen. Wenn sich die Zahlung auf einige Millionen Dollar erhöht, erhöht sich die Transaktionsgebühr proportional auf möglicherweise 10.000 US-Dollar.

Immobilienhändler in der Region sind zuversichtlich, dass in Florida ein idealer Markt für Bitcoin ist. Durch die Verwendung einer alternativen Währungsform, wie Bitcoin, werden Immobilien für Käufer und Investoren aus der ganzen Welt geöffnet, einschließlich Asien, Kanada, Südamerika und mehr.

Ich hoffe natürlich nicht, dass die Geldwäsche dadurch zunimmt. In Deutschland ist hier der Immobilienmakler und Notar anzeigepflichtig.

2. Dubai, VAE

dubai bitcoin
Photo by David Rodrigo

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind nicht das einzige Land, dass vom wachsenden Bitcoin-Trend profitiert. Auch der Immobilienentwickler Knox von der Isle of Man kündigte Pläne für ein Wohn- und Geschäftsprojekt im Wert von 325 Millionen Dollar an. Erwerber können Bitcoin verwenden, um ihre Liegenschaften zu kaufen. Die Preise (aus der Pressemitteilung vom September 2017 bewegen sich mit Studio Wohnungen für 33 Bitcoin und Ein-Zimmer-Wohnungen von 54 BTC – oder etwa 250.000 $.

Einige der Einheiten der Entwicklung wurden bereits für die moderne Währung verkauft, aber die restlichen Wohnimmobilien sind für Bitcoin-Käufer reserviert.

Aktuell ist der Preis am USD gekoppelt und man kann über die Bitpay de Kaufpreis bezahlen. Demzufolge ist das wohl eher ein Marketing-Offensive um auf der Welle Kryptowährung zu reiten. Denn der Projektentwickler Knox wird tagesaktuell die Kryptowährung in USD tauschen.

Umtriebig ist Herr Barrowman (Knox) auf jeden Fall. Er legte gleich noch im März 2018 ein PRE-ICO (initial coin offer) nach. Wobei auf der News-Seite (KNOX) der eigentliche ICO erst Ende 2018 angekündigt wird.

3. New York, New York

new york bitcoin
Photo by David Rodrigo

Einige Investoren und Immobilienmakler in New York glauben auch, dass Bitcoin der Weg der Zukunft ist. Das Team um Magnum Real Estate geht ein großes Risiko ein, indem es Bitcoin für Anzahlungen und Kaufpreis für die umgebauten Wohnungen in East Village in Manhattan akzeptiert. Shaoul (CEO von Magnum Real Estate) ist gerade in der Entwicklung von Liberty Toye in der 62 Avenue B. Er entwickelt dort 96-Eigentumswohnungen die zwischen 700.000 und $ 1,5 Millionen USD kosten.

4. Lake Tahoe, Kalifornien

lake tahoe bitcoin
Photo by Colton Duke

Das beliebte Urlaubsziel Lake Tahoe war auch Schauplatz eines Bitcoin-Deals. Ein nicht namentlich genannter Käufer hatte ein 1,4 Hektar großes Grundstück mit Bitcoin erworben. Das unbebaute Grundstück wurde für 2.739 BTC oder damals 1,6 Millionen Dollar verkauft.

Berichten zufolge war der Bitcoin-Kauf ursprünglich die Idee des Käufers.

5. Bali, Indonesien

bali bitcoin kryptowährung
Photo by Bernard Hermant

Nun zu meiner Lieblingsinsel in Indonesien. Bali ist nicht der Ort, an dem man eine von Bitcoin unterstützte Immobilientransaktion erwarten würden, aber Bali war tatsächlich einer der ersten Orte, der einen Verkauf Kryptowährung gegen Immobilie erlebte.

Ein namenloser Käufer hat mehr als 800 Bitcoins für eine Villa in Bali ausgegeben, insgesamt etwa 500.000 Dollar.

Bitcoin und die Zukunft der Immobilien

Photo by rawpixel

Trotz der Unsicherheit des Krypto-Marktes sind technisch versierte Anleger und Agenten – zumindest vorerst –  bereit für Kryptowährungen ein Riskiko einzugehen.

Die ersten spezialisierten Immobilienvermittler sind aufgetaucht und machen eine guten Eindruck. Hervorheben möchte ich hier die Bitcoin Real Estate oder die estateforbitcoin . Webseiten, die die Welt zwischen Grund und Boden und Kryptowährungen etwas annähern.

Ihr

Rene Wanzlik

Zahlungsverkehr: „Bargeld wird sukzessive abgeschafft“

Hier mal ein super, cooler Artikel. Nicht aus meiner Feder (sry).

 

Hamburg gehört zu den beiden Fintech-Hauptstädten Deutschlands. Laut einer Studie der Investitionsbank Berlin liegt die Elb-Metropole mit rund 91 Millionen Euro, die im letzten Jahr in junge Hamburger Finanztechnologieunternehmen investiert wurden, die mithilfe von Digitalisierung das Bankgeschäft revolutionieren wollen, hinter Berlin auf Rang 2. Rund 50 Fintechs agieren mittlerweile in der Stadt.

Bei dem einen digital agierenden Unternehmen können Privatkunden Geld anlegen, bei einem zweiten Kredite aufnehmen, ein Fintech vermittelt Versicherungen, ein weiteres entwickelt eine Kryptowährung, die als digitales Bargeld fungiert. Über diese und andere Innovationen im deutschen Finanzbereich referieren und diskutieren von heute bis zum kommenden Sonntag Protagonisten der jungen Branche auf der „Fintech Week“ in Hamburg.

Deutsche zahlen (noch) gerne bar

„Bargeld wird sukzessive abgeschafft“: Jan Heinrich Meyer arbeitet für das Netzwerk Dash. Dahinter verbirgt sich die Idee von digitalem Bargeld. Bezahlt wird nicht mehr mit Euro-Münzen und -Scheinen, sondern per Klick. Dazu braucht man eine App auf dem Smartphone, das einem Gerät an der Kasse des Supermarkts oder auf dem Tresen der Kneipe Daten sendet, die eine Bezahlung auslösen. Meyer: „Die Transaktion dauert nicht einmal eineinhalb Sekunden, ist sicher und anonym.“ Die digitale Alternative Bitcoin, die ebenfalls durch einen Zusammenschluss von Rechnern Überweisungen über das Internet ermöglicht, brauche hingegen „60 Minuten oder sogar mehr“.

Heute zahlen die Deutschen ihren Kaffee oder ihre Zeitung noch in vier von fünf Fällen bar. Genau andersherum ist es in Schweden, wo bereits 80 Prozent aller Bezahlvorgänge mit Karte oder Smartphone erledigt werden. Vor allem massiv steigende Gebühren der traditionellen Geldhäuser dürften auch hierzulande immer mehr Kunden in die Arme der Fintechs treiben.

Die Haspa beispielsweise hat gerade angekündigt, rund 100.000 Kunden, die bei ihr ein Wertpapierdepot besitzen, künftig 30 Prozent höhere Kosten aufzubürden. Bereits 2016 hatte die Haspa die Kontoführungsgebühren erhöht. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, gibt sich trotzig: „Der Anteil der Bartransaktionen wird zurückgehen, aber es wird auch in 50 Jahren noch Bargeld geben.“

Wie die Digitalisisierung die Finanzwirtschaft prägt

Das sehen viele der an der Fintech Week teilnehmenden rund 1500 Fachleute, von Gründern über Entwickler bis Bankvorstände, anders. Sie prophezeien ein früheres Sterben der Geldscheine im Portemonnaie. So können bereits vom kommenden Jahr an Geldbeträge innerhalb von wenigen Sekunden auf ein anderes Konto überwiesen werden. Instant Payment wird diese neue Echtzeitüberweisung genannt. Michael Kemmer betont, dass die Kreditinstitute nicht verpflichtet seien, an diesem System teilzunehmen. Die Einführung der benötigten Technik ist teuer. Gleichwohl erwartet der Verbandsgeschäftsführer, dass die Echtzeitüberweisung langfristig europaweit flächendeckend angeboten wird.

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Nicht nur neue Formen der Bezahlung haben die Teilnehmer im Sinn, denn die alte Ordnung in der deutschen Finanzwirtschaft ist durch die Digitalisierung bereits an viel mehr Stellen aufgebrochen. Das beginnt beim Girokonto mit allen Funktionen auf dem Mobiltelefon, geht über die Geldanlage mit einer Beratung durch Roboter bis zu Krediten, die übers Netz von privat an privat vergeben werden. Nahezu jede Dienstleistung der Sparkassen und Banken wird von Fintechs aufgegriffen, die Prozesse für Kunden werden optimiert, neue Geschäftsmodelle entwickelt. Die etablierten Konzerne reagieren, versuchen mit dem Trend zu gehen, Nähe zum Kunden zu erhalten und gleichzeitig die digitale Transformation im eigenen Haus zu forcieren.

Banken schließen Filialen, Fintechs stellen personal ein

Interessant ist die Ausstrahlung der „jungen Wilden“ auf den Arbeitsmarkt: Während im traditionellen Bankgewerbe in diesem Jahr bundesweit Hunderte Filialen von Instituten geschlossen wurden und auch 2018 wieder Zehntausende Mitarbeiter entlassen werden dürften – die größten Arbeitsplatzvernichter sind die Deutsche Bank und die Commerzbank –, stellen viele Fintechs massiv Personal ein. Das beste Beispiel in Hamburg ist Exporo. Das erst 2014 gestartete Unternehmen, das die Finanzierung von Immobilienprojekten durch Schwärme von Kleinanlegern ermöglicht, hat mittlerweile 85 Mitarbeiter. Bis zum Jahresende werden es 100 sein.

Das Wachstum der Firma war zuletzt so rasant, dass Exporo vom Großen Burstah in die HafenCity umziehen musste, wo man zwei Etagen eines Bürogebäudes komplett belegt. Vor wenigen Tagen wurde die Marke von 100 Millionen Euro geknackt. Diese Summe haben die vier Gründer des europäischen Marktführers in den vergangenen drei Jahren von Tausenden Privatanlegern eingesammelt und Immobilienfirmen als Mezzaninekapital zur Verfügung gestellt, die damit insgesamt 78Projekte realisiert haben.

Ab 500 Euro können sich Kleininvestoren über Exporo beteiligen. Die versprochenen Zinsen liegen je nach Projekt zwischen fünf und sechs Prozent per anno. Fast 17 Millionen Euro wurden bereits wieder an die Anleger zurückgezahlt – plus Zinsen. Für Mitgründer Simon Brunke ist Immobiliencrowdfinanzierung immer noch „ein zartes Pflänzchen, das sich großartig entwickelt“.

Derzeit bemüht sich Exporo um eine Genehmigung als Finanzdienstleistungsinstitut, um Crowdinvesting auf den regulierten Markt zu übertragen. Das würde neue Möglichkeiten schaffen und den Forderungen vom Verbraucherschutz nach mehr Regulierung nachkommen.

Unternehmen rechnen auch 2018 mit Wachstum

Auch andere Newcomer in der Geldbranche schaffen Arbeitsplätze. Figo etwa, eine Company mit inzwischen 57 Beschäftigten, die eine technische Schnittstelle bietet, die als Brücke zwischen der herkömmlichen Bankenwelt und Fintechs fungiert, über die Kontoumsätze gelesen und Überweisungen initiiert werden können. Oder die 200-Mitarbeiter-Company Deposit Solutions, die die Portale Zinspilot und Savedo betreibt, über die Sparer Tages- und Festgelder auch bei ausländischen Banken anlegen können, die höhere Zinsen als deutsche Institute bieten. Nach eigenen Angaben hat das 2011 gegründete Unternehmen bisher rund 80.000 Kunden auf den beiden Zinsportalen. Kooperationspartner sind die Hamburger Sutor-Bank, die Frankfurter Fonds-Bank und die Deutsche Bank.

Die deutsche Szene der Finanztechnologieunternehmen dürfte 2018 weiter wachsen – wenn auch weniger schnell als bisher. Laut der Studie „Germany FinTech Landscape“ stieg im ersten Halbjahr 2017 die Zahl der hiesigen Companies der jungen Branche zwar noch einmal um fünf Prozent auf knapp 300, aber die Expansionskurve flacht langsam ab.

Source

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article170349822/Bargeld-wird-sukzessive-abgeschafft.html

Immobilie und Notar trifft Blockchain

Einige von Euch fragen sich manchmal bei meinen Blog-Beiträgen auf welches Thema ich mich spezialisiere. Die Frage habe ich offen gelassen und entgegen Analyse und Besucherströme meines Blogs, nehme ich die Themen in meinen Blog, die mich wirklich beschäftigen.

Nun ist es so, dass sich Themen manchmal verknüpfen und zu einem Themengebiet verschmelzen. Auch in meiner Hoffnung, dass sich Themen in Zukunft verbinden, lasse ich vieles offen und springe von Woche zu Woche. Dafür bitte ich um Euer Verständnis.

Gute Nachrichten also aus einer Kombination von Kryptowährung und Immobilien.

Ein Pilotprojekt der Regierung von South Burlington im US-Bundesstaat Vermont und dem globalen Blockchain-Immobilienmarktplatz Propy Inc. markiert die erste U.S. Urkunde, die mit Hilfe der Blockchain-Technologie aufgenommen wurde.

Was ist passiert: Es wurde Ethereum über einen ERC20 Contract verwendet, um einen Notarvertrag und Dokumente abzuwickeln und aufzuzeichnen, anstatt das Erfassungssystem (Grundbuchamt) der Stadt zu benutzen.

Was war die Vorgehensweise:

1. Es wurde ein smart-contract entwickelt (ein Softwareprogramm das automatisch ausführt, wenn eine bestimmte Summe an Ether übertragen wird).
2. Es wurde die Blockchain organisiert (Buchführung (Blockkette die kontinuierlich erweiterbar ist, um die Datensätze (Vertragsdaten) miteinander zu verketten)).

Wie wurde der smart-contract aufgesetzt?

Im August 2017 organisierte die Firma propy.com einen Tokensale (ICO) mit der Ausgabe von 15.370.280 Token mit dem Namen „PRO“. Diese sind an bestimmten Kryptobörsen aktuell frei  und gegen Ether und andere Kryptowährungen handelbar. Durch den Tokensale soll die Vision von propy.com finanziert werden. Das bedeutet:

Im ersten Schritt sollen die Grundbücher des Landes gespiegelt werden (welches Land gemeint ist, wird nicht konkret kommuniziert)

Im zweiten Schritt sollen die Gericht des Landes diese von propy.com gespiegelten Grundbücher übernehmen und als ihr offizielles Register übernehmen.

Die Entwicklung des Smart smart-contract der die Vertragsgestaltung beinhaltet, kann man gegen die entsprechende Anzahl von Ether die Eigentumsübertragung einer Immobilie initieren. Sind alle Vertragsaktionen ausgeführt wurden und habe ich die entsprechende Anzahl an Ether überwiesen wird somit zum Eigentumsübertragung der Immobilie angestoßen. Unwideruflich? Vielleicht;-) aber dazu im Fazit.

In dem smart-contract sind also eine Vielzahl von Abwicklungsmodalitäten integriert wie Eigenschaften der Immobilie, Treuhandschaften, Mietverträge usw. (leider fehlen mir dazu weitere Informationen).
Wichtig ist letztendlich, dass die Zahlung  von Ether für die Erfüllung des smart-contract mit einer Adresse in der Blockchain des Ethereum verankert wird.

Der smart-contract wurde auf einem dezentralen smart-contract aufgebaut. Was bedeutet das nun wieder? Dezentraler smart-contract (DApps) sind verschiedene Programme die parallel auf verschiedenen Computern ausgeführt werden können. Schlussendlich wird dem smart-contract mit so etwas wie einer Eingabemaske der Vertragsstand mitgeteilt (in dem Fall waren es verifizierte Menschen die durch DApps den aktuellen Vertragsstand mitteilten). Das wiederum ermöglicht die verschiedenen Vertragspartner hier (Makler, Käufer, Verkäufer, Notar, Grundbuchamt (Grundschuld (Bank) konnte ich nicht entdecken) sich zu beteiligen und zu melden.

Abfolge

Melden also alle Verrichtung und sind die Token überwiesen, dann geht das Eigentum an den Immobilienkäufer über.

Der Stolz von Michael Schirling, Handelsminister der Vermont Agency of Commerce and Community Development Secretary ist gross und verleitet Ihn zu dem Statement: „Die Ankündigung dieses Pilotprojekts zur Nutzung der Blockchain-Technologie bei Immobilientransaktionen ist ein Sinnbild für Vermonts lange Geschichte innovativer Geschäfts-, Versicherungs- und Finanztechnologie. Wir haben das Glück, dass wir über einen hochmodernen gesetzlichen Rahmen verfügen, der den Einsatz der Blockchain-Technologie ermöglicht, und wir werden weiterhin mit dem Gesetzgeber zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass Vermont bei diesen Innovationen an der Spitze bleibt.

Ich finde das diese Entwicklung die ersten Schritte markiert, die zeigt, was und wie in Zukunft Immobilien gehandelt werden. Dabei geht es nicht nur um den Handel, sondern weiterführend auch um

  • Nutzungsrechte
  • Anspruchsrechte
  • Aneignerrechte
  • Eigentumsrechte

die allesamt in smart-contracts geregelt werden.

Mein Fazit aus dieser Transaktion ist: solange Menschen notwendig sind Ihre Bestätigung einzubringen, um einen angeschobenen smart-contract abzuschliessen, ist das Ganze eine halbautomatische Vertragskette, die eben doch nicht smart ist, sondern halbsmart.

So mit Mühe und Not geschafft.

Sollten Sie in Deutschland an einer öffentlichen Immobilienauktion teilnehmen und Erfolg haben mit Ihrem Gebot, habe Sie die Immobilie nicht erworben, sondern das Recht ersteigert zu dem Versteigerungspreis im Anschluss mit einem Notar und dem Auktionator einen Kaufvertrag über die Immobilie zu schliessen. Die Auktion ist das Vorspiel und der Notar der gesetzliche Rahmen Ihnen die Eigentumsrechte der Immobilie zu verschaffen. Das ist eben nur eine halbe Versteigerung, da man in Deutschland einen Notar benötigt, um die grundbuchlichen Dinge zu regeln. Eigentumsrechte von Immobilien können Sie in Deutschland nur über einen Notar (Zulassung gesetzliche geregelt) ändern.

Wir war es in Vermont mit propy.com und dem smart-contract? Was glauben Sie? Genau, ohne einen amtlich zugelassenen Notar ging dort auch nichts…

Wir brauchen unsere Demokratie, um die Immobilien-Blockchain Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn die Blockchain durch demokratische Entscheidung als vollwertiger gesetzlicher Vertrag angesehen wird, dann wird es nicht mehr lange dauern, dass das Wort „Vertrag“ durch Blockchain im allgemeinen Sprachgebrauch ersetzt wird.

In Schweden setzt die Kartierungs- und Katasterbehörde die Blockchain-Technologie fort und nutzt Krypto-Währungen, um Immobilienverkäufe durchzuführen. Ich erwarte, dass die erste Transaktion in den nächsten Monaten abgeschlossen wird.

Es geht in die richtige Richtung in Vermonth und in Schweden und ich bin neidisch auf die Erfahrungen und Erlebnisse der Menschen dort mit diesen neumodischen Verträgen namens smart-contract.

Ihr

Rene Wanzlik